Geschichte des Rudervereins “Weser” von 1885 e.V. Hameln
Der Ruderverein “Weser” wurde am 2. August 1885 im früheren Hotel “Bremer Schlüssel” gegründet.
Erster Vorsitzender war der seinerzeitige Hamelner Bürgermeister Justus Ludowig, der junge Verein zählte auf Anhieb 114 Mitglieder.
Die ersten großen Ereignisse in der Vereinsgeschichte waren 1886 die Einrichtung des 1. Bootshauses, 1887 der erste Regattasieg in Bremen und 1904-1905 bedeutende Erfolge auf der Hügelregatta in Essen. Schon damals wurde das Vereinsleben durch gesellschaftliche Aktivitäten wie Feste oder Dampferfahrten geprägt.
1909 erfolgte der Umzug in das neue Bootshaus an der Pyrmonter Straße, welches bis 1993 Heimat des Vereins war. Herausragende Persönlichkeit dieser Jahre war der 1. Vorsitzende Johann-Wilhelm Seifert. Unter seiner Führung in den Jahren 1904-1925 wurde nicht nur das Bootshaus errichtet, sondern auch der Aufschwung am Anfang der 20er Jahre gestaltet, der die Anzahl der Vereinsmitglieder bis auf etwa 240 brachte.
Die Zeit der NS-Herrschaft war für den Ruderverein “Weser” nicht einfach. Viele Vereinsmitglieder traten aus, um sich anderen Aktivitäten zuzuwenden, sodass die Mitgliederzahl Ende der 30er Jahre nur noch etwas über100 betrug und die finanzielle Basis gefährdet war. Der Verkauf des Bootshauses konnte von dem damaligen 1. Vorsitzenden Georg Schotte nur dadurch abgewendet werden, als dass zu Kriegsbeginn ein Rüstungsbetrieb gegen Mitzahlung im Bootshaus tätig wurde.
Die Zeit nach 1945 brachte dann wieder einen Aufschwung in allen Aktivitäten des Vereins. Der 1946 eingestellte Ruderlehrer Peter Hach legte die Basis für herausragende Rennsportliche Erfolge, unter Führung der Vereinsvorsitzenden Christoph Stallmann (1951-1971) und Dr. Ekkehard Lohmann (1971-1985) wuchs die Mitgliederzahl zeitweise auf über 300. Im gesellschaftlichen Bereich wurden Karnevalsveranstaltungen, Ruderbälle, Wasserfeste, Herrenabende und Damenabende mit bemerkenswerter Ausgestaltung durchgeführt. In den 60er und 70er Jahren wurde der Ruderbetrieb beachtlich ausgeweitet, 1975 mit 95.000 km die bisher höchste Jahresleistung erzielt. Zahlreiche Wanderfahrten fanden auf der Weser, aber beispielsweise auch mit etwa 30 Teilnehmern auf Saone/Rhone und Donau statt. Die Mitgliederstruktur änderte sich im Laufe der Vereinsgeschichte: Vor dem 1. Weltkrieg waren die gesellschaftlichen Oberschichten durchweg Mitglieder des Vereins. Dies wandelte in der Zwischenkriegszeit zugunsten des Mittelstandes. 1932 wurde eine Frauenabteilung und etwa zeitgleich auch eine Jugendabteilung eingerichtet, was schließlich zu der bis heute für den Ruderverein “Weser” charakteristischen Misch-Struktur führte.
Ein neues Zeitalter begann für den Verein mit der Einweihung des neuen, modernen Bootshauses an der Tündernschen Warte im Jahre 1993. Die folgenden Jahre waren vor allem durch herausragende Erfolge im Rennrudern gekennzeichnet, doch auch alle anderen Aktivitäten des Vereins florierten.
2001 konnte schließlich das 400. Mitglied in die Vereinsfamilie aufgenommen werden.
