Drei Mann in einem Boot

Am 12.08 machten wir uns mit der WiLo auf den Weg Richtung Elbe.

Drei Tage sollte unser Ruderausflug dauern und uns von Magdeburg am Dom und der Domplatte vorbei über Tangermünde und Storkau nach Sandau führen. Sonnenschein und Schiebewind waren dabei hervorragende Unterstützer. Selbst das Baden in der Niedrigwasser führenden Elbe ist nicht zu kurz kommen.

Tangermünde

Natürlich durfte ein Zwischenstopp in Tangermünde mit Besichtigung der Stephanskirche und Orgelkonzert nicht fehlen. Mit Schloß Storkau bot sich uns für 2 Nächte ein angenehmes Quartier.

Nach drei kurzweiligen Tagen ist das Fazit zu ziehen, immer wieder gerne auf die Elbe.

Beste Stimmung (Fotograf Thomas Haverkamp)

Autor: Thomas Siebert

Sommerwanderfahrt 2019 von Kassel – Hameln

Ferienzeit ist auch immer die Zeit für die große Sommerwanderfahrt des RVW. Groß hieß in den letzten 10 Jahren auch weit. Doch diesmal hatte sich Fahrtenleiter Martin Garbe ein Ziel in der Region ausgesucht – die Fulda und Weser. „Das können wir immer machen“ maulten einige Trainingsruderer und sagten ihre Teilnahme ab. Eigentlich schade, denn Martin hatte wieder einige Überraschungen im Gepäck. Die erste war die Anreise nach Kassel im Reisebus. So hatten wir nur zwei Begleitfahrzeuge, was sehr angenehm war. Das 26 köpfige Teilnehmerfeld war bunt gemischt und reichte von 11-77 Jahre.

Schon kurz nach dem Start vom Bootshaus des RV Kurhessen machten wir mit dem Begriff ‚Wanderfahrt‘ Bekanntschaft. Wir mussten die gesperrte Schleuse Kassel ‚umwandern‘ – natürlich mit Booten und Gepäck. Vor allem unsere B-Junioren freuten sich dann auf das beliebte Spiel des ‚Flaggenklauens‘ und nahmen dafür auch Badeeinheiten in der recht warmen Fulda in Kauf. Schon bei der Mittagspause (wie immer mit leckerem Imbiss) wurden die WaFa-Neulinge mit ‚Grünzeug‘ bestreut und stilecht der Fulda übergeben. Neptun war zufrieden.

Unser Tagesziel war das Bootshaus in Hann.- Münden. Die dort gelagerten Boote des chinesischen Ruderverbandes beflügelten unsere Phantasie. Gibt es jetzt einen chinesischen Geheimstützpunkt in Niedersachsen?

Lange hielten wir uns nicht mit dieser Frage auf, denn Martin und Frank Adam hatten noch zahlreiche ‚Schnippeltätigkeiten‘ für das Abendessen zu vergeben. Der Kartoffelsalat (mit 60 Eiern) war eine Wucht und alle waren satt und zufrieden.

Der zweite Tag brachte zunächst die letzte Schleuse und noch einige Aufregungen bei den Steuerleuten. Unter den kritischen Augen von Ruderwart Werner Steding machten einige Obleute doch noch ziemliche Stockfehler. Ob da wohl eine Nachschulung fällig wird?

Die Weser empfing uns weniger freundlich. Ein heftiger Gegenwind machte uns doch zu schaffen und verließ uns auch in den kommenden Tagen nicht. So erreichen wir (nach einer Imbisspause in Gieselwerder) doch ziemlich erschöpft uns Tagesziel in Würgassen. Während einige Teilnehmer zu einer Hochzeitsfeier nach Hameln eilten, machte es sich der Rest im Biergarten des Gasthauses ‚Zur Linde‘ gemütlich. Der Abend war mild und das Essen war gut. So gut, das sich eine sportliche Fraktion zu Fuß zum ‚Skywalk‘ in der Nähe aufmachte. Einige Vertreter der Dauer-Steuermannsfraktion fuhren natürlich mit dem Auto. Alle waren sich aber einig, dass der Blick über das Wesertal beeindruckend war.

Am nächsten Morgen rissen uns Sirenen aus dem Schlaf. Im gegenüberliegende Ort Herstelle brannte ein Haus. Beim Frühstück wurde bekannt, das dort ein Todesopfer zu beklagen war.

Die Etappe führte uns zunächst nach Höxter, wo uns Helmut Griep einen kurzen Überblick über die Stadtgeschichte gab. Die meisten Teilnehmer interessierten sich aber mehr für die Speisekarte des Cafes Pammel. Die letzten Kilometer bis Holzminden liefen (trotz Gegenwind) problemlos.

Abends luden Martin und Frank zum Abschlussessen. Sie setzten damit neue Maßstäbe. Martin hatte einen großen Gasgrill mitgebracht und verwöhnte uns mit zwei Braten. Addi sorgte für verschiedene Reisgerichte, Letscho-Gemüse und leckere Soße.

Der Dank aller Fahrtenteilnehmer war ihnen gewiss. Schön war auch, dass der neue Vorsitzende des Rudervereins Holzminden, Sven Loewenich, an dem Abend teilnahm. Wir freuen uns schon jetzt auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit unserer Vereine.

Die letzte Etappe nach Hameln war lang, aber unspektakulär (bis auf den Gegenwind). Die Mittagspause gab es in Bodenwerder, wo wir die Imbissreste vertilgten und uns Alex mit Getränken verwöhnte.

Eine kurzweilige Fahrt ging zu Ende. Fazit: Auch Ziele in der Nähe haben ihren Reiz. Mal sehen, was im nächsten Jahr geplant wird. Wir freuen uns schon.

Hans-Jörg Sehrbrock

Tagesfahrt zum Stift Fischbeck und nach Rinteln

Am 30. 6. 2019 starteten morgens um 10.00 Uhr 4 Vierer mit Steuermann/-frau bei heißem Sommerwetter am Bootshaus zu einer Tagestour nach Rinteln mit einer Zwischenstation im Stift Fischbeck. Das erste Erlebnis war für einige die Schleusung von der Ober- in die Unterweser, denn Fahrten weserabwärts auf der Unterweser werden nicht so häufig durchgeführt. Angenehm war die Kühle der Schleuse. Bei ruhigem Wasser ruderten wir gemächlich an Wehrbergen vorbei und suchten uns kurz vor Fischbeck eine Anlegemöglichkeit am Ufer. Ruhige Buhnen boten sich dafür an. Nachdem wir die Boote aus dem Wasser genommen hatten, gingen wir zum nahegelegenen Weserradweg, wo schon Eberhard Böhm und Thomas Siebert mit ihren Pkws auf uns warteten, um uns zum Stift zu fahren. Da die Temperaturen nun schon bei 36 Grad lagen, waren wir für diesen Fahrdienst sehr dankbar.  

Angenehme Kühle in der Schleuse

Am Torhaus des Stiftes empfing uns die Äbtissin persönlich zur Führung. Weitere Ruderkameraden und -innen warendazu gekommen. Uns wurde die Gebäudeanlage in ihrer Geschichte und heutigen Nutzung erklärt, so gibt es zum Beispiel eine Pilgerherberge für den Pilgerweg Loccum-Volkenroda. Das Damenstift  selbst wurde 955 n.Chr. gegründet. Heute wohnen hier neun Stiftsdamen in ihrer eigenen Wohnung mit Küche, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv in die Gestaltung des traditionsreichen Ortes einbringen wie Gästeführungen, Gartenpflege, Pilgerbetreuung , Planung kultureller Veranstaltungen usw. Der angrenzende Garten war früher vor allem ein Wirtschaftsgarten und diente den Stiftsdamen zur Ernährung und Vorratshaltung für den Winter,  heute ist er eher ein Ort der Besinnung und Erholung. Beeindruckend ist der alte Baumbestand.

Um 14.00 Uhr trafen wir uns in der Stiftskirche wieder, die in der heutigen Form im 12. Jhd. als dreischiffige flachgedeckte Kreuzbasilika mit Westflügel entstand, die schlichte Krypta hat ihren Ursprung im allerersten Kirchenbau. Das Kircheninnere wurde 1903 umfassend renoviert, was auch eine großzügige Spende des deutschen Kaisers Wilhelm II. ermöglichte, zu Ehren des Spenders bekam  die Holzdecke einen Reichsadler. Der Innenraum erhielt eine Ausmalung, die auf mittelalterlichen Vorlagen basierte. Zur Einweihung kam der Kaiser mit seiner Frau und übernahm die Schirmherrschaft.

Hier in der Kirche richtete sich nun unsere Aufmerksamkeit auf die Hillebrand – Berner-Orgel.  In der angenehm kühlen Kirche gab uns Prof. Dr. Hans-Christoph Becker-Foss einen Einblick in die Geschichte der Orgel. Diese wurde 1734 von Johann Adam Berner aus Osnabrück errichtet, ein berühmter Orgelbauer des Barocks. Das heutige Orgelwerk  erbaute 2007 die Orgelwerkstatt Gebr. Hillebrand aus Isernhagen bei Hannover, die sich konsequent am historischen Vorbild orientierten, diese aber auf 32 Register erweiterten. Der Klang und die Vielfalt der Orgel sind  beeindruckend, wovon wir uns beim anschließenden 30minütigen Orgelkonzert überzeugen konnten.

Voller Eindrücke kehrten  wir anschließend in das Cafe am Stift ein, wo wir uns im Schatten der Bäume ausgiebig stärkten.

Kurz nach 16.00 Uhr brachte uns der Fahrdienst durch Eberhard und Thomas zu den Weserwiesen zurück, sodass wir gegen 16.30 Uhr unsere Wanderfahrt fortsetzen konnten. Aufkommender Wind machte die Hitze auf dem Wasser etwas erträglicher. Während der Rudertour  hatten wir immer wieder einen schönen Blick auf die Schaumburg und Paschenburg sowie das Expoprojekt Jahrtausendblick. Unser Ziel in Rinteln war der Anleger an der  Bodega Beach Bar, die bei den hochsommerlichen Temperaturen gut besucht war. Einige von uns nutzten diese auch für ein kühles Getränk. Nach dem Verladen der Boote kamen wir um 20.30 Uhr wieder am Bootshaus in Hameln an. Dabei sei Thomas Siebert noch einmal besonders gedankt, denn er kam extra nach Rinteln, um einige von uns zum Bootshaus zu fahren.

Es ist geplant, in jedem Jahr eine Wanderfahrt mit kulturellem Highlight durchzuführen als Ersatz für die Johannisfahrt. Wir sind gespannt, wo uns im Jahr 2020 die Rudertour hinführt.

Noch einmal besonderen Dank an Werner Steding, Helmut Griep und Christoph Garbe für die Planung und Organisation sowie an Eberhard Böhm und Thomas Siebert für die Fahrdienste.

Autorin: Heike Tiedemann; Fotos: Kirstin von Blomberg

49. Wesermarathon oder „Ein sehr langer Tag auf der Weser…“

Die harten Fakten in Kürze:
Treffen am Bootshaus:  4.00 Uhr
Start in Vaake: 6.30 Uhr
Ankunft in Hameln: 19.30 Uhr
Kilometerleistung: 126 km
Was geschah in der Zeit von 6.30 bis 19.30 Uhr?

Auch in diesem Jahr nahmen 3 Boote des RV Weser Hameln am Wesermarathon teil. Es waren 2 gesteuerte 4er und ein gesteuerter 2er mit jeweils einem Fahrer. Die Boote wurden Samstag schon verladen, damit wir Sonntag um 4 Uhr gleich starten konnten. Ein Boot wurde in Wehrden abgeladen, die anderen beiden starteten von Vaake aus. Die erste Herausforderung, die sich uns stellte, war der Steg, der von einer Eisschicht überzogen und somit sehr glatt war. Jemand kam auf die Idee, den Steg mit Erde zu bestreuen und somit begehbar zu machen. Das funktionierte tatsächlich und so konnten die Boote um 6.30 Uhr starten. Es waren zu diesem Zeitpunkt ca. 1-2°C. In unserem 2er Boot mit Steuermann hatten wir als 4. Mann den Bundeswehrparka von Thomas. Der war uns bis zum Schluss ein treuer Begleiter. Nicht chic, aber schön warm. Unser Steuersitz wurde unterwegs vielfach belächelt, da er auch mit Schaffell, Decke und Fußsack ausgestattet war – fast wie auf dem Sofa daheim.

Zu Beginn hatten wir uns Gedanken gemacht, wie wir die 126 km in kleine Teiletappen aufteilen können. Somit war es auch gar nicht mehr so abschreckend, wenn man weiß, dass es nur 20 km bis zum nächsten Stopp sind. Unsere erste Wechselstation war Gieselwerder. Danach ging’s weiter bis Bad Karlshafen. Leider gab es hier keinen Anleger, deshalb mussten wir mal kurz die Schuhe ausziehen, um ans Ufer zu kommen. Sehr erfrischend so ein kleines Kneippbad zwischendurch. Mittlerweile waren es auch bestimmt schon 8°C… (Für’s nächste Jahr wird Bad Karlshafen lieber durch Würgassen ersetzt.) Es ging weiter über Wehrden nach Holzminden. Hier gab’s als kleine Belohnung Bratwurst oder Steak mit einem Kaltgetränk, um für die weiteren 50 km gestärkt zu sein.

Langsam machte sich auch das Hinterteil bemerkbar, so dass zwischendurch mal ein paar Gesäßlockerungsübungen eingeschoben werden mussten – soweit das überhaupt möglich war. Es war dann eher so eine Mischung aus Strecken und langmachen, aber Hauptsache mal kurz runter vom Rollsitz. Unser Steuermann hielt uns nun mit Käse und so einem leckeren Getränk bei Laune. In Bodenwerder wurden wir von Thomas mit dem Bootsanhänger empfangen. Es hatte in Bodenwerder so stark geregnet, dass er dachte, wir kommen klitschnass dort an und wollen aufgeben. NEIN! Doch nicht mit uns!!! Da wir so langsam waren, haben wir zwischendurch nur ein paar kleine Tropfen abgekommen und erreichten die Münchhausenstadt trocken und gut gelaunt.

In Hagenohsen gab’s dann den letzten Wechsel. Eberhard berichtete uns von einem Hagelschauer… Auch das war uns erspart geblieben… Ab dort ging es stromab sehr gut, denn die Strecke ist uns ja sehr vertraut.

Um ca. 19.30 Uhr erreichten wir dann auch endlich unser Bootshaus. Der zweite 4er war bereits um 18.30 Uhr zurück, die Mannschaft, die in Wehrden gestartet war, um 17.30 Uhr.

Rückblickend war es ein sehr langer und anstrengender Tag, aber es hat trotz aller Strapazen auch sehr viel Spaß gemacht, denn wir waren ein tolles Team!

Dank an Thomas, Eberhard, Jan, den Bundeswehrparka und den Kangoo!!!

Und na klar: nächstes Jahr wieder!!!

Bericht: Stefanie Pöhler

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