Besuch dänischer Ruderer/Innen aus Kopenhagen

Hallo liebe Ruderkamerad/innen,

schon wieder steht ein Besuch ausländischer Rudergäste bevor: Vom 21. bis zum 25. September besuchen uns 11 Aktive / Mitglieder vom „Bryggens Roklub“ aus Kopenhagen.

Der Kontakt ist über unsere Tochter Marie entstanden, die über die RuderAG des VikiLus beim RV Weser Hameln zum Rudern kam, diesem während ihres Studiums in Bremen und in Kopenhagen treu blieb und jetzt in diesem Verein aktiv ist, dessen Bootshaus zentrumsnah im Kopenhagener Stadtteil Islands Brygge liegt.

Wir erwarten die per Bahn anreisenden Gäste (Alter 26 – 71 Jahre) pünktlich zum Grillen am Mittwochabend, es wäre schön, wenn wir Sie bei hoffentlich sonnigem Wetter auf der Terrasse des Bootshauses begrüßen könnten.

Von Donnerstag bis Sonntag wollen wir gemeinsam ab Hann. Münden weserabwärts rudern. Übernachtungen sind in Würgassen (Donnerstag, Pension „Alte Linde“) und Stahle (Freitag, Hotel Kiekenstein) vorgesehen; Ankunft Hameln Bootshaus am Samstagnachmittag.

Am Mittwoch und Samstag sind die Gäste in Hamelner Gasthäusern sowie im Bootshaus und in Privatunterkünften untergebracht. Am Samstagnachmittag ist noch ein Stadtrundgang in Hameln vorgesehen, am Sonntag die Rückfahrt nach Kopenhagen. Ein herzliches Dankeschön gilt unserem Wanderruderwart Martin Garbe für die freundliche und aktive Unterstützung bei der Routenplanung und die Begleitung der Gäste bei der Tour!

Wir haben 18 Übernachtungsplätze gebucht, einige freie Plätze stehen für interessierte Mitruderer/ruderinnen zur Verfügung. Interessent/Innen melden sich bitte bei Martin Garbe oder bei uns.

Übrigens: Für 2023 planen wir im Zuge eines Gegenbesuchs eine Ruderwanderfahrt in und um Kopenhagen – „Bryggens Roklub“ liegt nur ein paar Bootslängen entfernt von den zahlreichen Sehenswürdigkeiten dieser attraktiven und liebenswerten Stadt…!

Ulrike Seydel-Bergmann, Andreas Bergmann

Schelcher Aviron Club de St. Maur und der RVW Hameln rudern zum 10. Jubiläum

Das traditionelle Weinhaus Lenz in Briedern, wunderschön an der Mosel gelegen, war Ziel unserer Wanderfahrt über Pfingsten. Traditionell auch die gemeinsame Fahrt mit dem Ruderclub von St. Maur. So freute man sich auf beiden Seiten vorab schon sehr auf ein freundschaftliches Wiedersehen. Kaum war der Bus aus Hameln angekommen, wurden aber auch die wenigen „Erstruderwanderfahrer“ von der großen Herzlichkeit und dem herrlichen sprachlichen Durcheinander auf allen Seiten umarmt. 10 x deutsche, 9x französische und 1x englische Muttersprache ergaben nach kurzer Zeit, dass sich alle mit- und durcheinander in diesen drei Sprachen am ersten Abend munter kennenlernten.

Der Samstagmorgen begann ‚prêt à tout [¹] à 9 heures‘. Ein traumhaft schöner Tag mit perfektem Wetter, einer unglaublich malerischen Wanderfahrt auf der Mosel, Picknick an einer märchenhaften Klosterruine mit Blick auf die Weinberge (und auf das Rotweinglas in der Hand) und bester Stimmung waren Genuss pur für die Ruderer. Der Landdienst hatte leider etwas weniger Glück. Ein geplatzter Reifen am Hänger hat ihn vor eine unerwartete Reparatur gestellt, die aber bereits am Abend grandios erledigt war.

Dem sportlich-aktiven Tag folgte ein kulinarisch-kulturell geprägter Abend. Gemeinsames Singen erfreute das deutsch-französische Miteinander. Die eigens für diesen Anlass kreierten und wohl- und lautklingend aufgeführten „Ruderlieder“ waren mit Sicherheit noch am gegenüberliegenden Ufer der Mosel zu hören.

Frohgelaunt, und wieder ‚prêt à tout‘, traf man sich am (Pfingst)-Sonntagmorgen, der jedoch ein ganz anderes Wetter vorbereitet hatte. Pausenloser Regen, vom Morgen (pünktlich 9 Uhr !) bis Mitternacht. Zum Glück besitzt die Mosel auch wunderschöne Ruderalternativen, wie die Burg Eltz (großartig!!) und das märchenhafte Beilstein, das „Dornröschen der Mosel“. Festlich abgerundet wurde der Tag mit einem noblen Abendessen mit kleinem historischem – sehr unterhaltsamem – Beiprogramm (zur 10jährigen Tradition dieser Wanderfahrt zwischen Hameln und St.Maur und mit Rückblick bis ins 15. Jahrhundert…) im Schloss Hotel Petry in Treis-Karden.

Der Pfingstmontag lud wieder mit Sonnenschein (und ein paar kleinen Regenerfrischungen) zum Rudern ein. Ein paar Kilometer konnten damit noch hinzukommen, so dass wir am Ende bei der Gesamtzahl „51“ und einem herrlichen Abschlusspicknick unter regendichten Bäumen an der Mosel landeten. Abschlussgeschenke, herzliche Umarmungen und deutsch-englisch-französisch Freundschafts- und Wiedersehenswunschbekundungen ließen uns (leicht feucht und vor allem fröhlich) abreisen.

Danke an all die Vielen, die zum Gelingen dieser Wanderfahrt beigetragen haben.

Und ein Riesendank an Christoph Garbe für seine großartige Arbeit für die Organisation der Reise, für seine geschickte und einfühlsame Korrespondenz mit allen, für grandiose Recherchen zum Finden der besten Plätze vor Ort und die gelungene Verbindung (mindestens) zweier Ruder- und Sprachkulturen.

Text: Ute Sandfuchs


[¹] Übersetzung: „zu allem bereit“, = zitiert nach Christoph Garbe

Bildquellen:

  • 202206_SliderWafaMosel (1): RVW bzw. ein Mitglied

Die ständig wechselnde Weichsel

Die Vorfreude war groß bei uns. Knapp acht Monate nach der Oder waren wieder 9 Hamelner Ruderer auf dem Weg zu einer Wanderfahrt nach Polen. Leider fehlte der Organisator unserer Zugfahrt nach Thorn (Torun) coronabedingt und wurde durch den Heiligen Geist ersetzt – doch dazu später mehr. Auch der Krieg in der Ukraine geht gerade an Polen nicht spurlos vorbei und begleitete uns natürlich auch.

Thorn an der Weichsel – die erste Gründung des Deutschen Ordens in Polen und Geburtsstadt von Nikolaus Kopernikus übertraf all unsere Erwartungen. Eine fast komplett erhaltene mitteralterliche Stadt. Trotzdem ist die Stadt jung, denn es gibt 40.000 Studenten. Wir erkundeten die Stadt zunächst auf eigene Faust und man machten Bekanntschaft mit der heimischen Küche. Gebackene Piroggen – sehr lecker. Thorn ist außerdem– neben Nürnberg – die Heimat des Lebkuchens.

Am nächsten Tag wurde es offiziell. Lukasz Kacmarek, unser junger, altbewährter Reiseleiter und sein Vater Grzegorz erwarteten uns zum Aufriggern am Wassersportzentrum Thorn. Die Begrüßung war herzlich und wir lernten die RuderInnen aus Deutschland, Frankreich und England kennen, mit denen wir die kommende Woche verbringen wollten. Eine Stadtführung und ein gemeinsames Abendessen rundeten den Tag ab. Dabei lernten wir noch, dass die Bezeichnung ‚alter Lebkuchen‘ für unfreundliche alte Leute steht. Das waren wir natürlich nicht.

Am kommenden Morgen ging es los. Radio Lukasz bereitete uns auf die Weichsel und die erste Etappe vor. Die Weichsel ist Polens längster Fluss und – auch durch die wechselvolle Geschichte – seit dem Mittelalter unreguliert und naturbelassen. Das bedeutet: Finde und umfahre die ‚Schweinchen´. Überall sind Sandbänke – genannt Schweinchen – und man muss schon sehr aufpassen, um sie rechtzeitig zu erkennen und zu umfahren. Zum Glück halfen einige spezielle Schifffahrtszeichen, die aber zunächst gewöhnungsbedürftig waren. Und so wechselt die Fahrrinne der Weichsel von Backbord nach Steuerbord und zurück. Ständig – eine Woche lang. 5 Vierer machten sich auf den Weg zum ersten Etappenziel kurz hinter Bromberg (Bydgoszcz). Durch den Krankheitsausfall wurde immer ein Vierer nur mit vier RuderInnen besetzt und durch den ‚Swietego Ducha‘ – den heiligen Geist komplettiert. Er erleuchtete uns die gesamte Tour – gerudert hat er aber leider nicht.

Gleich auf der ersten Etappe machten wir wieder Bekanntschaft mit der ‚Pause an Sandbank‘ und dem ‚Ungeduscht-Bier‘ nach dem Rudern. Die Übernachtung im Palais von Ostromecko mit einem wunderschönen Park war ein weiteres Highlight der Tour. Am nächsten Tag führte uns der Palastmanager Andrzej Gawroński noch durch die Räumlichkeiten und auch zum alten Palais, in dem die historische Klaviersammlung von Andrzej Szwalbe untergebracht ist. Als er auf einem 200 Jahre alten Flügel aus St. Petersburg ‚Imagine‘ von John Lennon spielte, mussten viele von uns schlucken. Geschichte ist immer wieder aktuell und oft auch schmerzhaft.

Weiter ging es zum nächsten Etappenziel nach Kulm (Chelmo). Die Stadtführung durch die alte Ordensgründung endete beinahe tragisch. Denn nach dem – nicht so ganz offiziellen – Besuch des Klostergartens der Barmherzigen Schwestern war die große Eingangspforte mit einem schweren Rolltor verschlossen. Niemand war zu sehen und hörte unsere Rufe. Bange Minuten für unsere Ruderinnen, denn keine (auch nicht Steffi) wollte im Kloster blieben. Dann öffnete sich die Pforte – vielleicht war es der Heilige Geist.

Weiter ging es nach Graudenz (Grudziadz) zum Ruderverein Wisla. Auch hier ist der Verein in ein Wassersportzentrum integriert, in dem es auch ein Marina-Hotel gibt. Die Stadtführung durch die mittelalterliche Stadt war kurzweilig und endete für einige in einer netten Bar in der Altstadt.

Der Weg nach Gniew war landschaftlich besonders schön. Mehrere Seeadler beobachteten unsere mittlerweile geschickte Umfahrung der ‚Schweinchen‘. Eine Besichtigung der toll restaurierten Ordensburg und der berühmte polnische Abend (diesmal sogar mit Lagerfeuer) machten diesen Tag perfekt. Wir wussten ja inzwischen, dass man Grzegorz Wodka-Spezialmischung nicht zu intensiv genießen sollte.

Die nächste Etappe nach Tczew schien eigentlich unspektakulär. Aber die Weichsel zeigte diesmal ein anderes Gesicht. Gegenwind aus Norden (genannt Gustav), Wellen mit Schaumkronen und heftige Regenschauer erschwerten die Fahrt. Zwischenzeitlich mussten einige Bootsbesatzungen durchgetauscht werden. Meuterei lag in der Luft. Als nach dieser Etappe noch ein 90 minütiger Spaziergang zum Hotel anstand, waren bei vielen die Akkus leer. Auch Radio Lukasz gab nur ein Kurzprogramm. Vor allem die bevorstehende letzte Etappe machte uns Sorgen. 55 Kilometer bis nach Danzig – und die Wetterprognosen waren schlecht. So schliefen wir alle etwas unruhig.

Doch am Morgen begrüßte uns schönes Wetter und die ersten 30 Kilometer half auch der Heilige Geist – Schiebewind. Dann verabschiedeten wir uns – fünf Kilometer vor der Ostsee – von der Weichsel. Durch die einzige Schleuse der Fahrt ging es in den Kanal nach Danzig. In der Schleuse wurden wir gefragt, wieviel Russen wir an Bord hätten. Uns wurde einmal mehr klar, das die Oblast Kaliningrad nur knapp 100 Kilometer entfernt ist und die Geschichte den Polen nicht immer freundlich mitgespielt hat.

Die Strecke nach Danzig war anspruchsvoll. Gegenwind Helmut aus Westen verlangte uns noch mal alles ab. Trotz einiger Maulereien schafften wir aber alle die Krönung der Fahrt. Mitten durch Danzig, mit Manövern an Hochseefähren, Rettungskreuzern und nachgebauten Piratenschiffen vorbei, direkt unter das Krantor. Hier hielten alle Boote an und präsentierten den zahlreichen Touristen den Queen-Hit ‚We will rock you‘ mit rhythmischem Klatschen an die Bordwände.

Nach zwei weiteren Kilometer endete die Fahrt in einem kleinen Hafenbecken. Abriggern, Bootesäuberung und Verladen nach der Methode Lukasz. Danach ein Gruppenfoto und ein letztes Ungeduscht Bier. Der Abschiedsabend begann sehr spät und einige schliefen beim Essen ein.

Unser letzter gemeinsamer Tag startete mit einem ordentlichen Frühstück und einer launigen Stadtführung durch das alte Danzig. Erstaunlich, was aus einer Stadt gemacht wurde, die zu 95% zerstört war.

Dann hieß es Abschied nehmen. Vielen Dank an Lukasz und Grzegorz für eine beeindruckende Woche durch eine Region mit spannender, wechselvoller und auch aktueller Geschichte. Wir kommen wieder. PUNKT !!!

Fahrtenabzeichen 2022

Der Deutsche Ruderverband (DRV) hat als Anreiz für breitensportlich ambitionierte Ruderinnen und Ruderer den DRV-Fahrtenwettbewerb ins Leben gerufen und honoriert die erbrachten rudersportlichen Leistungen mit dem „DRV-Fahrtenabzeichen“ bzw. dem „DRV-Jugendfahrtenabzeichen“.

Anfang des Jahres hat der Verband die Bedingungen zum Erwerb des Fahrtenabzeichens 2022 veröffentlicht:
Die aufgrund der Corona-Pandemie in den letzten beiden Jahren erfolgten Reduzierungen der Kilometerleistungen sind entfallen.
Je nach Alter sind eine gewisse Anzahl von Kilometern in einem Kalenderjahr zu errudern, davon ein Anteil von 20% auf Wanderfahrten.

Fahrtenabzeichen für Erwachsene

AlterJahrgangGesamt-Ruderleistungdavon Wanderfahrtskilometer
19 – 601962 – 2003800 km160 km
61 – 751961 – 1947600 km120 km
ab 761946 und älter500 km100 km

Als Wanderfahrten für Erwachsene gelten eintägige Fahrten mit mindestens 30 km bzw. Fahrten mit mindestens zwei aufeinander folgenden Rudertagen (ohne zwischenzeitliche Rückkehr des Bootes zum Bootshaus) und einer Gesamtstrecke von mindestens 40 km.

Wiederholungen
Nach fünfmaligem Erfüllen und nach jeder weiteren durch 5 teilbaren Zahl (10, 15, 20 usw.) wird ein Fahrtenabzeichen in Gold mit der jeweiligen Zahl (5, 10, 15 usw.) ausgegeben. In diese Zählung werden auch die bereits erworbenen Jugendfahrten-abzeichen mit einbezogen.

Fahrtenabzeichen für Jugendliche
a) Jahrgang 2012-2014:        200 km
b) Jahrgang 2010-2011:        300 km
c) Jahrgang 2008-2009:        400 km
d) Jahrgang 2006-2007:        700 km
e) Jahrgang 2004-2005:        800 km

In diesen Kilometerleistungen müssen mindestens enthalten sein:
eine dreitägige Wanderfahrt oder zwei Wochenendfahrten (Fahrten, bei denen zwei Tage ohne zwischenzeitliche Rückkehr zum Bootshaus gerudert wurde) oder 2 x 30 km Tagesfahrt oder eine Wochenendfahrt plus 1 x 30 km Tagesfahrt.

In den Gruppen a), b) und c) kann die Teilnahme an je einer Wochenendfahrt oder Tagesfahrt durch die Teilnahme an jeweils zwei Regatten ersetzt werden.

Wiederholungen
Das Jugendfahrtenabzeichen kann in jedem Jahr neu erworben werden.

Nach fünfmaligem bzw. zehnmaligem Erfüllen wird ein Jugendfahrtenabzeichen in Gold mit der jeweiligen Zahl ausgegeben.

Werner Steding

Bildquellen:

  • DRV_Fahrtenabzeichen: RVW bzw. ein Mitglied
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