Zum Heimgang unseres Ehrenmitgliedes Heinz Wollenweber

Noch im alten Jahr 2018 verstarb am 28. Dezember im Alter von 90 Jahren unser Ehrenmitglied Heinz Wollenweber. Damit hat einer der verdienstvollsten Vereinsmitglieder, der sich über Jahrzehnte für die Rudersache eingesetzt hat, die Augen für immer geschlossen.

Heinz Wollenweber trat am 1. Mai 1947 als junger Mann in den Ruderverein „Weser“ein. Sein Interesse galt zunächst dem Rennrudern. Er war aktiv, war Rennsteuermann, Ausbilder und Trainer. Seine Mannschaften erzielten auf den norddeutschen Regattaplätzen beachtliche Erfolge. Er war, wie man sagte, einer vom Fach und war auch für weitere Aufgabenstellungen im Verein vorgesehen. So wurde er um 1960 herum Nachfolger von Wilhelm Bonhagen als Bootswart und prägte diese Vorstandsfunktion über viele Jahre auf seine Weise. Insbesondere die Bootspflege und der sorgfältige Umgang mit dem Bootspark lagen ihm sehr am Herzen. Er war im Rahmen dieser jahrzehntelangen Tätigkeit aber auch in der Lage Bootsreparaturen durchzuführen und somit das entsprechende Budget klein zu halten. In den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde es um ihn etwas still. Das war mit seinem familiären und beruflichen Engagement zu begründen.

Dann kam die Zeit der Verlegung unseres Bootshauses, nachdem klar wurde, dass der bisherige Standort an der Pyrmonter Straße aus Verkehrsgründen nicht mehr zu halten war. Er gehörte zu den eifrigsten Verfechtern der Neubauidee mit dem Ziel, das Boots- und Vereinshaus auf der rechten Weserseite in der Gemarkung ‚In der beflossenen Marsch‘ zu errichten. Er hat besondere Aktivitäten bei der Errichtung des Bootshausneubaus entfaltet. Er war es, der den Bauleiter Günter Petschik anwarb. Es zeigte sich, dass dessen Einsatz mit dafür sorgte, dass das Budget nicht nur eingehalten, sondern auch unterschritten wurde. Darüber hinaus war er familiär mit dem „Löwen von Tündern“, dem stellv. Landrat Werner Bruns, verbunden. Ein nicht unerheblicher Faktor bei der Entscheidung der Bezuschussung durch den Landkreis Hameln-Pyrmont. Beim Bootshausbau machte sich im Rahmen seiner Aktivitäten bemerkbar, über welches Netzwerk er und damit auch wir verfügten. Fast jeder, der in den Verwaltungen angesprochen wurde, reagierte positiv wenn es um den Ruderverein „Weser“ ging. Und das waren u.a. die sprichwörtlichen Beziehungen von Heinz Wollenweber.

Heinz führte mit Gerti geb. Lemke -und das darf so auch gesagt werden- eine ausgeprägte Ruderehe, aus der mannigfaltiger ruderischer Nachwuchs hervorgegangen ist. Seine beiden Söhne und seine jüngere Tochter waren genauso aktiv, wie dann auch schon die Enkelgeneration.

Heinz Wollenweber hat seine Funktionen stets mit großer Gewissenhaftigkeit dargestellt und ausgeführt. Unverkennbar war -auch in seiner Ausdrucksweise- seine berufliche Heimat bei der Kreisverwaltung, wo er es als Leiter des Sozialamtes zu einer beachtlichen Entfaltung und Position brachte.

Er war noch bis ins höhere Alter ruderisch aktiv. Früher gehörte er auch zu dem Kreis, der sich bei den mannigfaltigen Festveranstaltungen profilierte. Vor einigen Jahren wurde er noch einmal aktiv, als er die Dienstagvormittags-Rudergruppe ins Leben rief. Auch hier hat er bemerkenswerte Verdienste erworben. Er bedauerte in den letzten Jahren sehr, dass ihm seine Gesundheit keinen Raum zum Besuch des Bootshauses mehr gelassen hat. Zuletzt begingen wir in seinem Haus am Tündernschen Wiesenweg, es war der 20. April 2018, seinen 90. Geburtstag.

Für seine Verdienste wurde er bei Fertigstellung des neuen Boots-und Vereinshauses 1993 mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Dies war eine durchaus angemessene und überzeugende Ehrung, die nur außergewöhnlich verdienstvollen Vereinsmitgliedern zuteil wird.

Heinz Wollenweber hat sich um den Ruderverein „Weser“ in besonderem Maße verdient gemacht. Wir werden ihn nie vergessen.

Hameln, den 03. Januar 2019

Helmut Griep