Tagesfahrt zum Stift Fischbeck und nach Rinteln

Am 30. 6. 2019 starteten morgens um 10.00 Uhr 4 Vierer mit Steuermann/-frau bei heißem Sommerwetter am Bootshaus zu einer Tagestour nach Rinteln mit einer Zwischenstation im Stift Fischbeck. Das erste Erlebnis war für einige die Schleusung von der Ober- in die Unterweser, denn Fahrten weserabwärts auf der Unterweser werden nicht so häufig durchgeführt. Angenehm war die Kühle der Schleuse. Bei ruhigem Wasser ruderten wir gemächlich an Wehrbergen vorbei und suchten uns kurz vor Fischbeck eine Anlegemöglichkeit am Ufer. Ruhige Buhnen boten sich dafür an. Nachdem wir die Boote aus dem Wasser genommen hatten, gingen wir zum nahegelegenen Weserradweg, wo schon Eberhard Böhm und Thomas Siebert mit ihren Pkws auf uns warteten, um uns zum Stift zu fahren. Da die Temperaturen nun schon bei 36 Grad lagen, waren wir für diesen Fahrdienst sehr dankbar.  

Angenehme Kühle in der Schleuse

Am Torhaus des Stiftes empfing uns die Äbtissin persönlich zur Führung. Weitere Ruderkameraden und -innen warendazu gekommen. Uns wurde die Gebäudeanlage in ihrer Geschichte und heutigen Nutzung erklärt, so gibt es zum Beispiel eine Pilgerherberge für den Pilgerweg Loccum-Volkenroda. Das Damenstift  selbst wurde 955 n.Chr. gegründet. Heute wohnen hier neun Stiftsdamen in ihrer eigenen Wohnung mit Küche, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv in die Gestaltung des traditionsreichen Ortes einbringen wie Gästeführungen, Gartenpflege, Pilgerbetreuung , Planung kultureller Veranstaltungen usw. Der angrenzende Garten war früher vor allem ein Wirtschaftsgarten und diente den Stiftsdamen zur Ernährung und Vorratshaltung für den Winter,  heute ist er eher ein Ort der Besinnung und Erholung. Beeindruckend ist der alte Baumbestand.

Um 14.00 Uhr trafen wir uns in der Stiftskirche wieder, die in der heutigen Form im 12. Jhd. als dreischiffige flachgedeckte Kreuzbasilika mit Westflügel entstand, die schlichte Krypta hat ihren Ursprung im allerersten Kirchenbau. Das Kircheninnere wurde 1903 umfassend renoviert, was auch eine großzügige Spende des deutschen Kaisers Wilhelm II. ermöglichte, zu Ehren des Spenders bekam  die Holzdecke einen Reichsadler. Der Innenraum erhielt eine Ausmalung, die auf mittelalterlichen Vorlagen basierte. Zur Einweihung kam der Kaiser mit seiner Frau und übernahm die Schirmherrschaft.

Hier in der Kirche richtete sich nun unsere Aufmerksamkeit auf die Hillebrand – Berner-Orgel.  In der angenehm kühlen Kirche gab uns Prof. Dr. Hans-Christoph Becker-Foss einen Einblick in die Geschichte der Orgel. Diese wurde 1734 von Johann Adam Berner aus Osnabrück errichtet, ein berühmter Orgelbauer des Barocks. Das heutige Orgelwerk  erbaute 2007 die Orgelwerkstatt Gebr. Hillebrand aus Isernhagen bei Hannover, die sich konsequent am historischen Vorbild orientierten, diese aber auf 32 Register erweiterten. Der Klang und die Vielfalt der Orgel sind  beeindruckend, wovon wir uns beim anschließenden 30minütigen Orgelkonzert überzeugen konnten.

Voller Eindrücke kehrten  wir anschließend in das Cafe am Stift ein, wo wir uns im Schatten der Bäume ausgiebig stärkten.

Kurz nach 16.00 Uhr brachte uns der Fahrdienst durch Eberhard und Thomas zu den Weserwiesen zurück, sodass wir gegen 16.30 Uhr unsere Wanderfahrt fortsetzen konnten. Aufkommender Wind machte die Hitze auf dem Wasser etwas erträglicher. Während der Rudertour  hatten wir immer wieder einen schönen Blick auf die Schaumburg und Paschenburg sowie das Expoprojekt Jahrtausendblick. Unser Ziel in Rinteln war der Anleger an der  Bodega Beach Bar, die bei den hochsommerlichen Temperaturen gut besucht war. Einige von uns nutzten diese auch für ein kühles Getränk. Nach dem Verladen der Boote kamen wir um 20.30 Uhr wieder am Bootshaus in Hameln an. Dabei sei Thomas Siebert noch einmal besonders gedankt, denn er kam extra nach Rinteln, um einige von uns zum Bootshaus zu fahren.

Es ist geplant, in jedem Jahr eine Wanderfahrt mit kulturellem Highlight durchzuführen als Ersatz für die Johannisfahrt. Wir sind gespannt, wo uns im Jahr 2020 die Rudertour hinführt.

Noch einmal besonderen Dank an Werner Steding, Helmut Griep und Christoph Garbe für die Planung und Organisation sowie an Eberhard Böhm und Thomas Siebert für die Fahrdienste.

Autorin: Heike Tiedemann; Fotos: Kirstin von Blomberg