Im Land der Großen Masurischen Seen

Im Herbst 2019 entdeckten wir durch einen Bericht des Rudervereins Linden die Möglichkeit, an organisierten Wanderfahrten in Polen teilzunehmen.   Daraufhin recherchierten wir und stießen dabei auf das Angebot von Lukasz Kaczmarek vom Ruderverein Tryton Poznan, eine Fahrt auf den „Großen Masurischen Seen“ zu unternehmen. Schnell fand sich eine Gruppe  von 7 Interessierten im Ruderverein Weser, mit Glück konnten wir die letzten Plätze bekommen, denn diese Fahrten sind immer schnell ausgebucht. Wir freuten uns sehr, denn Masuren stand schon lange auf unserer Reiseliste, warum sollten wir es nicht mal vom Wasser aus erkunden.

Doch plötzlich brachte im Frühjahr das Corona-Virus unsere Pläne durcheinander. Die  Grenzen waren geschlossen, wir wussten nicht, wie lange das dauern würde, zudem stand die Frage im Raum, ob man unter diesen Bedingungen überhaupt an so einer Wanderfahrt teilnehmen sollte. Mitte Juli meldete sich Lukasz bei uns und teilte uns mit, dass aus seiner Sicht die Fahrt stattfinden könnte, mit den entsprechenden Hygienemaßnahmen sähe er kein Problem. Wir trafen uns, um zu klären, ob noch alle Angemeldeten aus Hameln mitfahren würden, ein freiwerdender  Platz konnte von einem anderen Mitglied des Vereins besetzt werden.

Für die Hin- und Rückfahrt nach Masuren hatten wir mit Hilfe von Klaus Schönhütte und seinem polnischen Neffen einen masurischen Kleinbusunternehmer aus Olstyn gefunden, der uns am Samstagabend um 19.30 Uhr am Bootshaus abholte und direkt zu unserem Treffpunkt Hotel Nidzki in Ruciane Nida, dem Ausgangspunkt der Wanderfahrt, fuhr. Hier blieben wir für zwei Übernachtungen. Nach einer 12- stündigen Nachtfahrt kamen wir dort morgens um 7.30 Uhr an, sodass wir den Sonntag für uns zu Erholung hatten. Zuerst frühstückten wir mit Blick auf den See Nidzkie im Hotel, dann folgte ein Spaziergang durch Ruciane. Erstaunt waren wir über den Andrang von Touristen, an der Uferpromenade reihten sich Cafes, Kioske mit kitschigen Souveniren und Kneipen aneinander, der See und der Hafen waren gut gefüllt mit Segel- und Motorbooten. Uns war es zu voll, sodass wir zu unserem Hotel zurückgingen und auf der hoteleigenen Liegewiese am Ufer des Sees einen kleinen Mittagsschlaf einlegten. Ab 14.00 Uhr konnten wir unsere Zimmer belegen, um 18.00 Uhr trafen wir uns dann zum allgemeinen Kennenlernen mit der  bunt gemischten Rudergruppe. Wir waren 19 Ruderinnen und Ruderer: RVW Hameln (7), Hansa Hamburg (2) Dresdenia Hamburg (1), Germania Hamburg (1), Hansa Dortmund (2), Mühlheimer WS Köln (1), Vegesacker RV (1), Bremen (2), Wiking Bregenz (1) und aus den Niederlanden vom RV Pampus Almere (1). Lukasz als Ausrichter belegte Platz 20, sodass wir mit vier Doppelvierern mit Steuermann/-frau rudern würden. Nach dem gemeinsamen Abendessen stellte uns Lukasz das Programm für den nächsten Tag vor: Treffen um 9.00 Uhr. Nach dem Aufriggern und der Bootseinteilung sollte es zur Einstimmung eine 30 km lange Rundfahrt auf dem Nidzkie-See geben. Lukasz wollte dabei uns und unsere Ruderstile kennen lernen, die Mittagspause fand am Ufer statt, die Rückkehr war für 17.00 Uhr geplant. Die mitgeführten Boote und der Hänger sind das Eigentum von Lukasz, wir wurden immer wieder aufgefordert, sorgsam mit dem Bootsmaterial umzugehen, denn er hatte auf den vorausgehenden Wanderfahrten schon drei Skulls eingebüßt und auch Schäden an den Booten  zu reparieren. Ein Vierer wurde nur mit Hamelner Ruderern besetzt, das lief so gut und schnell, dass wir später scherzhaft zu hören bekamen, dass Lukasz uns bitte als Mannschaft auseinanderreißen solle.

Route

Der nächste Tag war sonnig, wenn auch von den Temperaturen her eher herbstlich. Da der Rudersport als Breitensport  in Polen nicht sehr bekannt ist und Wanderrudern nicht stattfindet, kann man auch nicht von einer für Ruderer ausgerichteten Infrastruktur ausgehen, Stege für Ruderboote gibt es nicht, das heißt, wir nutzten die Anlegeplätze für Segel- und Motorboote, dies ging nur mit Gymnastik und Hilfestellungen,  oder legten am Ufer der Seen an Sandstränden an. Wasserschuhe waren also unverzichtbar.

An diesem ersten Tag wurde uns schon deutlich, dass beim Rudern Umsicht sehr wichtig war. Man kann in Polen z.B. nach einer kurzen Einführung eine recht große Yacht chartern, ohne einen Segelschein zu besitzen. Ähnlich sieht es bei den Motorbooten aus, das heißt, man muss immer damit rechnen, dass sogenannte „Gelbschnäbel“

(Originalton Radio Lukasz) nicht mit den Regeln auf dem Wasser vertraut sind. Zudem waren noch Sommerferien, sodass die Seen von sehr vielen Urlaubern mit Segel- und Motorbooten genutzt wurden. Warschau ist zudem nur 3 bis 4 Autostunden entfernt, sodass diese Seen ein willkommenes Ausflugsziel sind. Wir erlebten die ersten Tage Wassersportmassentourismus. Wir als Ruderer waren eher Exoten, aber alle grüßten uns freundlich und dachten, wir hätten lange Kanus. Anfeuerungsrufe gab es immer wieder, zudem wurden Witze über die Steuerleute gemacht. (z.B. Gebt denen was zu tun, die frieren doch!)  War am Anfang der See noch recht friedlich, so bekamen wir aber im weiteren Verlauf einen Vorgeschmack auf Wellen mit Schaumkronen, die für uns als Flussruderer doch schon beeindruckend waren. Je nach Windverhältnissen, die sich auch schnell ändern können – Lukasz hatte immer einen Blick auf die entsprechenden Apps – gab er uns zudem Tipps, wie man das Boot am besten durch hohe Wellen steuert und rudert. Sein Führungsboot durfte auf keinen Fall überholt werden, das war eine seiner Vorgaben. Zudem wurde auf regelmäßige Trinkpausen geachtet, auch Wechsel der Steuerplätze wurden angesagt. In der Mittagspause gab es leckeren Pflaumenkuchen aus einer polnischen Bäckerei, der Kuchen wird in Polen nach Gewicht und nicht nach Stücken verkauft! Obst und Wasser in 1,5 Literflaschen für jeden gehörten zum täglichen Proviant dazu. Wer wollte, konnte im See eine Badepause einlegen. Am Ufer unserer  Anlegestelle für die Mittagspause wurden wir auf eine polnische Tradition aufmerksam gemacht. Die Segelyachten ankern am Ufer der Seen, man sucht sich im Wald Holz zusammen und macht dann ein Lagerfeuer. Dort verbringt man den Abend und die Nacht. Morgens segelt man weiter. Ein glimmendes Lagerfeuer war an unserem Anlegeplatz noch zu sehen.

Als wir zufrieden um 17.00 Uhr wieder am Steg des Hotels anlegten, hatten wir einen ereignisreichen Tag hinter uns. Nach dem Abendessen mit typisch polnischen Gerichten meldete sich „Radio Lukasz“ mit Informationen zur polnischen Geschichte, zum Wassersport, zu den Traditionen und zum Ablauf des folgenden Tages.

Zuerst fand, wie jeden Morgen, die Bootseinteilung durch Lukasz statt. Im Laufe der Woche sollte jeder mit jedem gerudert sein, jeder/ jede sollte zudem einmal Obmann/ Obfrau sein. Erst am letzten Tag konnte man Wünsche äußern. Der zweite Rudertag war mit 45 km schon wesentlich länger, zudem sollte eine längere Pause in einem der touristischen Hauptorte Nikolaiken stattfinden. Da rund um Nikolaiken viel Wassertourismus herrscht, wir morgens eine Schleuse benutzen mussten, drängte Lukasz auf einen frühen Start, 8.30 Uhr, da man sonst an der Schleuse mit langen Wartezeiten zu rechnen hat. Allerdings entspannte sich die Situation etwas, da man mit EU-Fördermitteln eine neue Schleuse gebaut hat, die erst vor kurzem eröffnet wurde und die wir auch nutzen durften. So früh am Morgen hatten wir Glück, wir konnten sofort in die Schleuse rudern und trafen nur auf zwei Segelyachten.  So lag der Tag noch friedlich vor uns. Unser heutiges Ruderziel war eine kleine familiengeführte Marina. Bis um 10.00 Uhr war es ein entspanntes Rudern, danach füllten sich die Seen deutlich. Beeindruckend war ein Abstecher in den größten polnischen See, den riesigen  Spirdingsee.  Hier fuhren auch große Ausflugsschiffe aus Nikolaiken, daneben Kanus, Motorboote und viele Segelyachten, es war sehr belebt. Kurz vor der Promenade, die gerade mit EU- Mitteln für die Ansprüche der Warschauer Urlauber, die „Warschauchen“ (Originalton Lukasz), völlig neu und modern gestaltet wird, legten wir mit den Ruderbooten an, um uns für drei Stunden den Ort anzuschauen und etwas zu essen. Empfohlen wurden uns besonders Waffeln mit viel Sahne und Obst. Auch hier waren wir wieder erstaunt, wie viel reges Treiben durch den Tourismus herrschte. Vom ehemaligen Fischerort war nicht mehr viel zu sehen. Um 17.00 Uhr trafen wir uns zum Weiterrudern.

Inzwischen hatte der Wind ordentlich zugelegt, Lukasz sah etwas skeptisch aus, denn auf einer Strecke von 3 bis 4 km  konnte es auf dem Taltysee vor der Einfahrt in den Talckikanal sehr stürmisch werden, er wollte vor Ort entscheiden, ob Weiterrudern möglich sei. Vor Ort konnte man sehen, was gemeint war, die Wellen kamen von allen Seiten, wir ruderten weiter, dabei schlug immer wieder Wasser über die Bootswände, wir wurden zum Teil selbst nass, schöpfen war angesagt. Als wir den Kanal erreicht und durchrudert hatten, lag der Taltowiskosee ruhig vor uns, die Sonne ging langsam unter und es war eine wunderschöne Abendstimmung, Lukasz schwärmte: „Das ist Masuren pur!“ Wir legten an der privaten Marina Zielony Lasek an, ein langer Rudertag lag hinter uns.

Der dritte Rudertag war etwas kürzer, dafür aber wieder windig und vor allem regnerisch. Ziel war Wilkasy, wo wir für die nächsten Tage unser Standquartier in dem gepflegten und sportlichen Freizeit- und Erholungsresort „Niegocin“ hatten. In der Mittagspause überraschte uns der Vater Grzegorz mit einem warmen  Fischimbiss, es gab Quappen, ein bei uns bedrohter Fisch, der unter Steinen lebt, sehr lecker!

Wilkasy liegt an dem großen See Niegocin. Auch hier gibt  es viel Wassertourismus, es war aber schon deutlich ruhiger als rund um Nikolaiken. Lichtzeichen am Ufer kündeten aufziehendes Gewitter und Sturm an, gerade rechtzeitig erreichten wir unser Ziel.

Der vierte Tag war ruderfrei und wir besuchten die ab 1940 im Sumpf gebauten, jetzt bewaldeten Ruinen der „Wolfschanze“, eins der Führerhauptquartiere zur Zeit des Nationalsozialismus. Sieben massive Bunker mit Wandstärken von 10 m, unzählige leichte Bunker und Wohngebäude für über 2000 Offiziere und Mannschaften standen hier. Es gab Heime, Kasernen, zwei Flugplätze, Bahnhof, Kraftwerk, Wasserversorgung, Heizungsanlagen, Fernschreiberzentralen u.a.. Neben Hitler lebten auch Hermann Göhring, Heinrich Himmler, Martin Bormann und Josef Goebbels hier. Das Gelände war mit 50 000 Landminen gesichert.

Bei den Aufräumarbeiten wurden viele verletzt oder getötet, ein Gedenkstein erinnert an sie. Hitler verbrachte in diesem „Mückenloch“ 800 Tage. Am 20.7. 1944 wurde hier das Attentat auf Hitler verübt, das fehlgeschlagen war, weil ein Eichentisch die Wucht der Bombe abhielt. Der polnische Staat hat die Ruinenanlage  aus privater Trägerschaft zurückgekauft und eine neue Ausstellung zum Attentat in einer Baracke aufgebaut. Wir hatten eine fachkundige deutschsprachige Führung unter Leitung des Historikers Jaroslav Zarzecki. Der Besuch war einerseits durch die Erläuterungen beeindruckend, aber gleichzeitig auch sehr bedrückend.

Anschließend besuchten wir den Marienwallfahrtsort Heiligelinde und besichtigten die Perle des Barock mit ihrer berühmten Orgel von 1721. Ein Orgelkonzert gab einen Einblick in dieses wunderschöne Instrument, bei dem sich während des Spieles die Figuren bewegen und auch Engelfiguren mit ihren Instrumenten mitwirken. 40 Register mit 4000 Pfeifen tragen zum Klang bei.

Nach diesem musikalischem Erlebnis fuhren wir weiter nach Ryn (Rhein), wo sich eine gotische Burg vom Großmeister des Deutschen Ordens Winrich von Kniprode befindet. Heute ist hier ein Hotel und  Restaurant untergebracht.

Der fünfte Tag unserer Wanderfahrt führte uns durch Kanäle und die Seen Tajty, Kisajno und Niegocin. Diese Rudertour war wunderschön, die Seen lagen ruhig dar, einzelne Segelboote kreuzten unseren Weg, kleine Häuser lagen am Ufer, insgesamt war es sehr beschaulich. Vor Gizycko (Lötzen), wo wir eine Kaffeepause einlegten, ruderten wir durch den Kanal Luczanski, der am Rande der Stadt und Promenade entlangführte und vom Wasser einen schönen Blick auf die Stadt ermöglichte.  Robert Lewandowski, der Fußballer von Bayern München, plant hier an der Marina ein Hotel zu bauen. Zurück in unserer Unterkunft stand abends ein polnisches Grillbuffet mit Lagerfeuer auf dem Programm.  Dabei wurden wir von „Radio Lukasz“ ins Wodkatrinken und in die Sitten und Gebräuche der polnischen Trink- und Esskultur sehr unterhaltsam eingeführt.

Der nächste Tag sollte uns dann vor große Herausforderungen stellen. Der Wind kam von Nordost, sehr ungünstig fürs Rudern, hohe Wellen mit Schaumkronen waren auf dem See zu sehen. Wir wurden aufgefordert, nur leichtes Gepäck in die Boote mitzunehmen, Wertsachen sollten ins Begleitfahrzeug gelegt werden. Also rechnete Lukasz damit, dass wir Wasser in die Boote bekamen, Schöpfgefäße waren dabei, auch eventuelles Kentern war möglich. Selbst sehr erfahrene Ruderer sahen skeptisch aus. Nach der Bootseinteilung ging es los, kurze Ruderschläge mit Kraft waren gefordert, es schaukelte schon ordentlich. Unser Ziel zur Mittagspause war Sztynort (Steinort), da hier drei Seen aufeinandertrafen, kamen die Wellen aus allen Richtungen, gefährlich war besonders die Situation vor der Einfahrt zum Kanal nach Steinort, weil die Wellen sich hier hoch auftürmten. Bei früheren Wanderfahrten sind hier schon Boote gekentert. Eng im Verband, dem Führungsboot mit Lukasz folgend, ging alles gut. In Steinort wartete Vater Grzegorz mit Kaffee, Tee, belegten Brötchen und Krapfen, eine willkommene Stärkung. Anschließend besichtigten wir das Herrenhaus von Schloss Lehndorff, ein bedeutendes Zeugnis des kulturhistorischen Erbes in Masuren und dem historischen Ostpreußen. Um diese Anlage vor dem Verfall zu retten, wurde eine deutsch/polnische Stiftung ins Leben gerufen, die mit den Sanierungs- und Sicherungsarbeiten begonnen hat. Heinrich Graf von Lehndorff gehörte zur Widerstandsgruppe um Graf von Stauffenberg und wurde 1944 hingerichtet. Unglaublich ist dabei die Tatsache, dass der Reichsaußenminister Ribbentrop im renovierten Flügel von Schloss Steinort Quartier bezogen hatte, weil er nicht in der mückenverseuchten Wolfsschanze leben wollte. Sie lebten also dicht beieinander. Eine Cousine war Marion Gräfin von Dönhoff, die Herausgeberin der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Auf der Weiterfahrt schafften wir es auch wieder, den Kanal gegen die Wellen zu verlassen, es lag noch eine stürmische Strecke vor uns, bis es auf dem Mamry- und dem Swiecajtysee endlich ruhiger wurde. In Ogonki legten wir am Sandufer an und lagerten auf der Wiese unsere Boote. Wir waren alle glücklich, dass wir diesen Tag überstanden hatten, ohne zu kentern. Ein Bus brachte uns zurück nach Wilkasy.

Der letzte Rudertag begann regnerisch. Der Bus brachte uns zurück nach Ogonki, „Radio Lukasz“ erklärte uns die letzte Ruderetappe, mögliche Hindernisse und notwendige Rudertechniken. Nach der Bootseinteilung ließen wir gemeinsam die Boote ins Wasser,  ein wunderschöner Rudertag lag vor uns.  Wir ruderten entlang des Sapinaflusses durch Erlenbruch. Spuren von Bibern an den Bäumen waren zu erkennen, teilweise auch kleinere Biberbauten am Flussufer. Der Fluss war sehr schmal, kurvig und immer wieder mussten wir uns durch Schilf hindurchkämpfen. Dabei wurden unterschiedliche Methoden angewandt, so wurden zum Teil die Skulls zum Staken benutzt, wie bei einer Gondoliere in Venedig.

Die Pickhaken waren als Paddel ebenfalls sehr hilfreich, hier konnten die Steuerleute ihre Kenntnisse gezielt einsetzten. Es war eine unglaubliche Idylle, immer wieder ruderten wir durch kleine Seen, die nur für Boote ohne Motorkraft zugelassen waren, vereinzelt waren dort Fischer in ihren Booten anzutreffen.  So hatte ich mir Masuren vorgestellt. Bevor wir in Kruklanki anlegten, passierten wir noch eine alte Schleuse, die in Polen immer noch von Personal, meist Landwirte im Nebenerwerb,  betrieben wird. Diese Schleuse war ganz ungewöhnlich, denn das Wasser wurde von der Seite in die Schleuse geleitet.

Am Ziel wurden die Boote  gründlich gereinigt, abgeriggert und gemeinsam verladen. Dabei hat mich besonders die sehr gut und übersichtlich angelegte Einteilung des Hängers beeindruckt. Grzegorz wusste genau, wo jedes Teil seinen Platz hatte!

Es endete eine Wanderfahrt, die sich durch großen persönlichen Einsatz, große Professionalität von Seiten Lukasz auszeichnete. Interessante und wissenswerte Einblicke in die Geschichte des Landes, in die politische und wirtschaftliche Entwicklung und den Alltag Polens rundeten die Wanderfahrt ab. Man merkte immer wieder, wie sehr Lukasz die Erhaltung der Natur, die Vermittlung der politischen Lage und das Verständnis für die polnische Seele wichtig war. Besonders die Etablierung des Wanderruderns in Polen liegt ihm sehr am Herzen, das ist bei diesen landschaftlichen Highlights gut zu verstehen. Wir wünschen ihm dabei viel Erfolg und es lohnt sich, sein Vorhaben zu unterstützen.  Wanderfahrten mit Lukasz sind grandios!

Am Montag wurden wir von unserem polnischen Kleinbusunternehmer wieder sicher am Bootshaus abgesetzt.

Übrigens: „Ihr fahrt nach Masuren, in dieses Mückenloch! Na, dann mal viel Spaß, nehmt bloß Mückenschutz mit!“

Wir haben keine Mücken gesehen! Es war wohl schon zu kalt.

Text: Heike Tiedemann
Fotos: Lukasz Kaczmarek, Michael  Meineke, Hans Tatge

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