Bella Italia …: Wanderfahrt auf dem Gardasee, dem Ticino und auf dem Po

Zwei Rudertage auf dem Gardasee, anderthalb Tage auf dem Ticino und dreieinhalb Tage auf dem Po brachten in der Woche um Christi Himmelfahrt für die beiden Fahrtenleiter Martin und Klaus und die fünf Teilnehmer Christine, Steffi, Werner, Stefan und Rüdiger 232 Ruderkilometer, viel Spaß und eine Menge an Neuwasser.

Die beiden Tage auf dem Gardasee konnten unterschiedlicher gar nicht sein. Die Boote wurden am Samstag bei der „Remiera Pescheriera del Garda“ am Abfluss des Gardasees „Minzio“ zu Wasser gelassen und abends auch gelagert. Am sonnigen Samstag führte uns der Weg durch die Reste der Venezianischen Festungsanlage von Pescheriera bis an den Strand von Lazise, wo Eis und isotonische Getränke für Abkühlung sorgten. Viel windiger und regnerischer präsentierte sich der Sonntag, an dem es bis zur Festung Sirmione gehen sollte. Die beeindruckende Altstadt von Sirmione wies eine extrem hohe Anzahl von Eisdielen auf, so dass wir trotz der Kälte einen unerwartet großen Eisbecher im warmen Hinterzimmer genießen mussten. Der wellige Rückweg nach Pescheriera verlangte den Booten „Helmut Griep“ und „Theo“ sowie ihren Besatzungen einiges ab. Übernachtet wurde an den drei Tagen am See in zwei nebeneinanderliegenden Appartements, in denen dank Martins Vorarbeit auch solide italienisch gekocht wurde. Einen Abend ging es in eine leckere Pizzeria mit viel Lokalkolorit.

Die Zeit am Gardasee endete am Montag mit dem Umsetzen an den Ticino, genauer gesagt nach Bereguardo, wo unterhalb einer Pontonbrücke ein Einsetzen auf dem Kiesufer möglich war. Die erste Tagesetappe führte auf wild fließenden Flussarmen, die links und rechts immer neue Kiesbänke und -inseln entstehen ließen, zum Wassersportverein in Pavia, bei dem wir rechtzeitig vor einem Graupelschauer Schutz fanden. Übernachtet wurde für zwei Tage im Agriturismo la Valbona, wo es ruderergerechte regionale Küche zu günstigen Preisen gab. Die letzten 10 Kilometer auf dem Ticino folgten dann am Dienstag, ohne dass wir von Nudisten oder Goldwäschern belästigt wurden. Im Paddelführer heißt es nämlich: „Am Ticino sind viele Goldwäscher und Nudisten anzutreffen, welche sich gegenüber Paddlern jedoch friedlich verhalten.“

Bei Po-Stromkilometer 384 fließt der Ticino in den mächtigen Fluss, der der großen Ebene den Namen gab. Für uns blieben noch 30 Kilometer, bevor wir die Boote mitten im Nirgendwo auf einer Sandbank an einem umgestürzten Baum festmachen konnten. Nach 500 Metern auf einem abenteuerlichen Trampelpfad erreichten wir Martins Bus bei einem „Lost Place“, auf dem merkwürdige Gestalten in Autos herumfuhren.

An den weiteren drei Tagen ging es über Piacenta und San Nazzaro nach Cremona, wo wir einen Regennachmittag für eine Erkundung der Stradivari-Stadt nutzten. Übernachtet wurde wieder in passenden Agriturismo-Hotels, die Klaus mit Bedacht ausgesucht hatte.

Über die weiteren drei Tage am Po kann man pauschal folgendes berichten: Der Fluss ist sehr breit und es ist nichts los außer Landschaft, Landschaft, Landschaft. Er mäandert in weiten Flussschlingen und lagert riesige Sandbänke ab, die gut zur Rast genutzt werden können. Einmal mussten wir auch am Steilufer anlegen, um Martin mit dem Mountainbike zu treffen. Insgesamt haben wir drei Fischerboote und einen Paddler getroffen. Städte konnte man vom Fluss aus kaum sehen. Die wenigen  Wassersportvereine hatten abenteuerliche Stege, an denen wir die Boote festmachen konnten. Am Ufer gab es Bäume, aber nicht in Form von Wäldern sondern eher als Baumplantagen, gepflanzt in Reih und Glied. In San Nazzaro konnten wir eine neue Schifffahrtsschleuse mit ca. 20 Metern Hub benutzen.

Die Rückfahrt erfolgte an zwei Tagen mit einer Zwischenübernachtung bei München.

Bereits mehrfach habe ich an Wanderfahrten teilgenommen, die Martin Garbe vorbildlich organisiert hatte. Bei dieser Wanderfahrt ging er gemeinsam mit Klaus Schönhütte (auf italienisch: Bella Casa) an die Planung, der neben Erfahrungen als Fahrtenleiter auch ein ausgewiesener Experte für Norditalien ist. Somit war klar, dass alles perfekt laufen würde. Danke an die beiden Fahrtenleiter und den Rest der Gruppe!

Rüdiger Halupczok

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