Ruder-Bundesliga im 10. Jahr – Hameln dabei (Autor: Florian Höltje)

Achtung – Fertig – Reset! Die Ruder-Bundesliga erfindet sich in zum 10-jährigen Geburtstag neu und verspricht ein großes Ruderfest zu werden. Es ist auch ein Weg zurück zu den Wurzeln, zur eigentlichen Idee der Ruder-Bundesliga: Nah am Vereinssport, ein Wettkampfspektakel und doch noch ein Stück weit familiär. Es ist ein Ansatz, der auch in Hameln auf viel Zuspruch stößt –  von den Ruderern im Sparkasse-Hameln-Weserbergland-8er, dem Trainer und der Hamelner Sportgemeinde. Denn der Neustart bedeutet auch, Hameln ist zurück in der Bundesliga, zurück im Oberhaus der Männer, zurück unter den sprintschnellsten Achtern der Republik.

Ein kurzer Winter liegt hinter uns, der Frühling grüßt mit sommerlichen Temperaturen und zugleich liegen signifikant mehr Trainingskilometer als im Vorjahr. Wie wichtig die Trainingskilometer noch werden sein, wird sich im Laufe der Saison zeigen, denn die 350 Meter langen Sprintstrecken vergeben keine Fehler. Ein Blick auf die Kontrahenten und das Ligasystem zeigt: es wird hart. Das weiß auch Trainer Christian Wellhausen: „Ich bin mit unserer Vorbereitung in diesem Jahr durchweg zufrieden. Neben Ostertrainingslager und Maiwochenende, konnten wir an verschiedenen Wochenenden immer wieder den Kader aus den fernsten Teilen der Republik in der Heimat sammeln und gemeinsame Kilometer auf dem Wasser zurücklegen. Wie sich jetzt herausstellt: zum Glück, denn das Feld ist erbarmungslos.“

In der Tat kämpfen 18 Mannschaften in der 1. Ruder-Bundesliga der Männer in jeweils 5 Duellen am Tag gegeneinander. Davon machen vermutlich 5-6 Vereine das Podium unter sich aus, allem voran der Emscher-Hammer, der Hauptstadtachter der DWB Holding und die alte und neue Konkurrenz aus Minden, der Melitta-Achter-Team-Black. Spannende Rennen sind somit garantiert: „Das Feld ist stärker denn je. Da wird es umso schwieriger sich gut zu platzieren. Das Ziel sollte sein, am Ende der Saison eine Platzierung im Mittelfeld erreicht zu haben“, so Wellhausen.

Teamkapitän Lars Adomat ordnet die Saisonziele ein: „Wir sind optimistisch, dass sich das Training auszahlen wird, wissen aber auch, dass wir mit dem Podium in diesem Jahr voraussichtlich nichts zu tun haben. Eine einstellige Platzierung zum Jahresende wäre aus unserer Sicht ein großer Erfolg. Was wir definitiv vermeiden wollen, ist der Wiederabstieg. Eine Platzierung zwischen 10 und 14 ist aktuell durchaus realistisch.“

OLYMPUS DIGITAL CAMERA (Walter Schiesswohl)

Neben der Teamleitung um Lars Adomat bilden Schlagmann Thore Wessel, Henrik Burgdorf, Till Garbe, Nils Hawranke, Ronald Bakker, Lorenz Garbe, Maximilian Gümpel, Nick Armgardt und Jonathan Schlösser auf Backbord und Roelof Bakker, Christopher Winnefeld, Lennart Hawranke, Jasper Scheel, Eike Brockmann, Fabian Schönhütte, Florian Wissel, Moritz Quast, Emre Tas und Niklas Hölscher auf Steuerbord den Kader. An den Steuerseilen komplettieren Nora Wessel, Merle Wessel und Celine Haufe die Mannschaft. Pressesprecher Florian Höltje steht auch in diesem Jahr für alle Rückfragen zur Verfügung.

Wie auch die letzten Jahre beginnt die Saison auf dem Main mit Blick auf die Frankfurter Skyline, außerdem ist Leipzig unter Flutlicht wieder mit dabei. Neue Regattaorte sind Werder an der Havel, Bad Waldsee in Baden-Württemberg und für alle Hamelner sehr erfreulich: diese Saison gibt es ein Heimspiel im benachbarten Minden: „Wir starten mit viel Freude und Begeisterung für dieses Jubiläumsjahr und werden auch dieses Jahr alles dafür geben unseren Zuschauern packende Rennen und gute Unterhaltung zu bieten“, so Lars Adomat abschließend.

Woran hat’s gelegen? Platz 7 im Leipziger Scheinwerferlicht

Woran hat’s gelegen? Ja, woran hat’s gelegen? Der vorletzte Renntag der Ruder-Bundesliga Saison 2017 endet für den Sparkasse-Hameln-Weserbergland-8er mit Platz 7 und der Frage nach dem ‚Woran‘. Rein technisch lief alles einwandfrei. Einzig die Zeiten waren im Konkurrenzvergleich nicht so schnell wie erwartet. Auch die Stimmung im Team war wie in besten Zeiten. 

Schlagmann Thore Wessel stellt fest: „Die Leistung der Mannschaft war wieder einmal Weltklasse. Technisch nahezu fehlerfrei und nur Nuancen, die hier und da nur irrelevante Hundertstel Sekunden kosteten. Vielleicht war nach der Sommerpause die Luft der zweiten Lunge noch nicht da.“ Kapitän Lars Adomat nickt und fügt hinzu: „Das Ergebnis muss psychologische Hintergründe haben. Im Boot hat während der Rennen alles gepasst. Wir müssen den Einstieg  ins Rennwochenende erneut überdenken: Lockerer werden, zur alten Spritzigkeit zurückkehren.“ Diese Spritzigkeit und Lockerheit demonstrierten die Hamelner Ruderer im starken Finale gegen den Alemannia Achter aus Hamburg, der im Flutlichtrennen mit einer Länge Rückstand chancenlos hinterher fuhr.

Wie dies auch beim Saisonabschluss am 16. September in Berlin vor historischer Kulisse klappen kann, wird jetzt im Team heftig diskutiert werden, um möglichst rasch die nötige Maßnahme zum Schaffen von Lockerheit umzusetzen und höchst-konzentriert in die Landeshauptstadt zu reisen. Dort soll dann der Waldsee 8er aufs Korn genommen werde, um mit letzten Kräften der Saison mit einem Paukenschlag eventuell noch auf Platz 6 der Tabelle vorzurücken.

Im Boot kämpften für Hameln neben Kapitän Lars Adomat, Schlagmann Thore Wessel, Till Garbe, Nils Hawranke, Ronald Bakker, Jasper Scheel, Maximilian Gümpel, Emre Tas, Moritz Quast, Eike Brockmann, Fabian Schönhütte sowie Niklas Hölscher. Die Steuerseile zog Nora Wessel.

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