Ruder-Bundesliga 2018 – Freud und Leid für Hameln nah beieinander

Sparkasse-Hameln-Weserbergland-Achter beendet nach einem Abstecher zum Saisonfinale 2018 in den weiten Süden der Republik die Saison auf Rang 16 der Tabelle.

Malerisch zwischen zwei Naturseen eingebettet, liegt die rund 20.000 Einwohner zählende Kurstadt Bad Waldsee. Bad Waldsee ist einer der sonnenreichsten Kurorte Deutschlands ein Idyll für all diejenigen, die mal so richtig ausspannen und genießen wollen. So idyllisch ein jeder ins Schwärmen kommen kann, so kontrastreich gastierte die Ruder-Bundesliga am vergangenen Samstag im Herzen Oberschwabens zum Saisonfinale 2018 – mit Beats, mit Stimmung und den stärksten Sprint-Achtern der Welt. Den weiten Weg in den Süden nahm ebenfalls der Sparkasse-Hameln-Weserbergland-Achter auf sich, um ein weiteres Mal um die Punkte zu kämpfen.
Personell geschwächt reisten die Hamelner mit nur 5 Backbordern in den Süden der Republik, wodurch zwei ursprüngliche Steuerbord-Ruderer den Metronom artig einstudierten Bewegungsablauf auf der gegenüberliegenden Bootsseite komplett spiegeln mussten, um das Hamelner Boot noch konkurrenzfähig zu machen.
Nach Platz 14 im Zeitrennen ging das für die Platzierungen wichtige Achtelfinale gegen den Waldsee-Achter deutlich verloren. Das Ergebnis: im Viertelfinale wartete der star-ke in der Tabelle 8 platzierte Köpenick-Achter stark auf, während im Hamelner Boot alles schieflief, was schieflaufen konnte. Etwa auf halber Strecke war Hamelns Bug-mann vom Rollsitz außer Gefecht gesetzt worden, sodass die Hamelner das Rennen zu siebt chancenlos abgeben musste.
Über die Zeit fiel das Los für das folgende Halbfinale auf einen wohlbekannten Gegner, wenngleich einer Revanche gegen: den Köpenick Achter. Mit mächtig Frust im Bauch warfen die Hamelner alles in die Riemen und brachten das Rennen mit Fotofinish über die Ziellinie. Ernüchternd: das Team um Schlagmann Thores Wessel hatte das Nach-sehen. Nur 6/10 Sekunden fehlten für die Überraschung des Renntags.
Im Finale ließen die Ruderer von der Weser den Travesprintern aus Lübeck in der Nachmittagssonne auf dem Waldsee keine Chance und brachten einen, wenngleich nicht von der Platzierung tollen, aber alles in allem fantastischen Renntag mit einem Erfolgerlebnis zu Ende und schlossen die Saison mit einem Sieg ab.

Team-Kapitän Lars Adomat blickt zurück, auf den Renntag und hat zugleich ein erstes knappes Resümee zur Saison parat: 

Was wir in Bad Waldsee gesehen haben, ist Wassersport der Superlative, einen sehr Willkommen heißenden Gastgeber und eine wiedermal sehr strukturierte Organisation eines fantastischen Renntags. Was wir von uns gesehen haben war wohl das, was diese Saison möglich war. Wir waren knapp an den Zeiten der einstelligen Platzierungen dran, wenngleich die Substanz in diesem Jahr fehlte, nach den Top 10 zu greifen. Personell wird es von Jahr zu Jahr herausfordernder, welche Schlüsse wir ziehen, sehen wir in den nächsten Monaten. Rückblickend haben wir über die gesamte Saison das gesehen, was wir aktuell leisten können.

Für Hameln reisten im Achter der Sparkasse-Hameln-Weserbergland zum Saisonfinale: Schlagmann Thore Wessel, Christopher Winnefeld, Lars Adomat, Emre Tas, Eike Brockmann, Niklas Hölscher, Moritz Quast, Fabian Schönhütte, Roelof Bakker, Ronald Bakker, Till Garbe, Nick Armgardt und Steuerfrau Mareike Adomat.

Ruder-Bundesliga im 10. Jahr – Hameln dabei (Autor: Florian Höltje)

Achtung – Fertig – Reset! Die Ruder-Bundesliga erfindet sich in zum 10-jährigen Geburtstag neu und verspricht ein großes Ruderfest zu werden. Es ist auch ein Weg zurück zu den Wurzeln, zur eigentlichen Idee der Ruder-Bundesliga: Nah am Vereinssport, ein Wettkampfspektakel und doch noch ein Stück weit familiär. Es ist ein Ansatz, der auch in Hameln auf viel Zuspruch stößt –  von den Ruderern im Sparkasse-Hameln-Weserbergland-8er, dem Trainer und der Hamelner Sportgemeinde. Denn der Neustart bedeutet auch, Hameln ist zurück in der Bundesliga, zurück im Oberhaus der Männer, zurück unter den sprintschnellsten Achtern der Republik.

Ein kurzer Winter liegt hinter uns, der Frühling grüßt mit sommerlichen Temperaturen und zugleich liegen signifikant mehr Trainingskilometer als im Vorjahr. Wie wichtig die Trainingskilometer noch werden sein, wird sich im Laufe der Saison zeigen, denn die 350 Meter langen Sprintstrecken vergeben keine Fehler. Ein Blick auf die Kontrahenten und das Ligasystem zeigt: es wird hart. Das weiß auch Trainer Christian Wellhausen: „Ich bin mit unserer Vorbereitung in diesem Jahr durchweg zufrieden. Neben Ostertrainingslager und Maiwochenende, konnten wir an verschiedenen Wochenenden immer wieder den Kader aus den fernsten Teilen der Republik in der Heimat sammeln und gemeinsame Kilometer auf dem Wasser zurücklegen. Wie sich jetzt herausstellt: zum Glück, denn das Feld ist erbarmungslos.“

In der Tat kämpfen 18 Mannschaften in der 1. Ruder-Bundesliga der Männer in jeweils 5 Duellen am Tag gegeneinander. Davon machen vermutlich 5-6 Vereine das Podium unter sich aus, allem voran der Emscher-Hammer, der Hauptstadtachter der DWB Holding und die alte und neue Konkurrenz aus Minden, der Melitta-Achter-Team-Black. Spannende Rennen sind somit garantiert: „Das Feld ist stärker denn je. Da wird es umso schwieriger sich gut zu platzieren. Das Ziel sollte sein, am Ende der Saison eine Platzierung im Mittelfeld erreicht zu haben“, so Wellhausen.

Teamkapitän Lars Adomat ordnet die Saisonziele ein: „Wir sind optimistisch, dass sich das Training auszahlen wird, wissen aber auch, dass wir mit dem Podium in diesem Jahr voraussichtlich nichts zu tun haben. Eine einstellige Platzierung zum Jahresende wäre aus unserer Sicht ein großer Erfolg. Was wir definitiv vermeiden wollen, ist der Wiederabstieg. Eine Platzierung zwischen 10 und 14 ist aktuell durchaus realistisch.“

OLYMPUS DIGITAL CAMERA (Walter Schiesswohl)

Neben der Teamleitung um Lars Adomat bilden Schlagmann Thore Wessel, Henrik Burgdorf, Till Garbe, Nils Hawranke, Ronald Bakker, Lorenz Garbe, Maximilian Gümpel, Nick Armgardt und Jonathan Schlösser auf Backbord und Roelof Bakker, Christopher Winnefeld, Lennart Hawranke, Jasper Scheel, Eike Brockmann, Fabian Schönhütte, Florian Wissel, Moritz Quast, Emre Tas und Niklas Hölscher auf Steuerbord den Kader. An den Steuerseilen komplettieren Nora Wessel, Merle Wessel und Celine Haufe die Mannschaft. Pressesprecher Florian Höltje steht auch in diesem Jahr für alle Rückfragen zur Verfügung.

Wie auch die letzten Jahre beginnt die Saison auf dem Main mit Blick auf die Frankfurter Skyline, außerdem ist Leipzig unter Flutlicht wieder mit dabei. Neue Regattaorte sind Werder an der Havel, Bad Waldsee in Baden-Württemberg und für alle Hamelner sehr erfreulich: diese Saison gibt es ein Heimspiel im benachbarten Minden: „Wir starten mit viel Freude und Begeisterung für dieses Jubiläumsjahr und werden auch dieses Jahr alles dafür geben unseren Zuschauern packende Rennen und gute Unterhaltung zu bieten“, so Lars Adomat abschließend.

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