Wanderfahrt Elbe 2014

P1120718Nun hat es endlich geklappt. Nachdem im vergangenen Jahr die geplante Sommerfahrt aufgrund des Hochwassers auf den Main verlegt wurde, machten sich Anfang August 21 Ruderbegeisterte zwischen 15 und 71 Jahren auf den Weg nach Tetschen in Tschechien. Nachdem es uns nicht gelungen war, dem dort gleichzeitig stattfindenden Triathlon eine weitere Disziplin anzuhängen, legten wir ab und gingen auf die erste Elbeetappe. Weiterlesen

Inn River Race 2014

Passau2014Inn River Race 2014

„Wir fahren nach Passau auf den Inn.“ Dieser Ausspruch einiger Mitglieder aus der Masters – Achtercrew sorgte vor zwei Jahren noch für Kommentierungen wie: „Wie schön, dass ihr mal einer Wanderfahrt machen wollt.“ Dass auf dem Innstausee eine der größten Langstreckenregatten in Vierern und Achtern mit über 600 Teilnehmern aus halb Europa stattfindet, mussten wir auch erst lernen. Weiterlesen

Auf den Spuren der Geschichte – Oder 2013

Viele kennen das Gemälde in unserem Breslau-Zimmer mit der Ansicht unseres ehemaligen Patenvereins, der Rudergesellschaft Breslau. Nachdem bekannt wurde, dass dieses Gebäude noch existiert, reifte der Plan heran, das Revier an der Oder zu erkunden und das alte Bootshaus zu besuchen.

Ende Mai 2013 machten sich neun Hamelner RuderInnen zur schlesischen Oder auf. Nach 13 Stunden Anreise erreichten wir Oppeln (Opole). Hier machten wir in der Innenstadt am Ring die erste Bekanntschaft mit der hervorragenden polnischen Küche. Am nächsten Tag starteten wir die Tour am Oppelner Kanuverein. Dort war man sehr aufgeregt, denn viele hatten noch nie ein Ruderboot ‚live’ gesehen und machten sogar Fotos. Hier kamen uns, wie noch oft in den nächsten Tagen, Jürgen Steinerts hervorragende Polnisch-Kenntnisse zu gute, denn wir bekamen wertvolle Tipps. Dann ging es los. Bei mäßiger Strömung (nein, es gab kein Hochwasser) ruderten wir der ersten Herausforderung entgegen; der ersten Schleuse. Ein Schleusenvorgang ist ein offizieller Verwaltungsakt. Name des Schleusenden, Startort, Zielort, Schleusungszeitpunkt – dann bekam man eine Quittung. Bei der Schleusung vor 16 Uhr gegen eine Gebühr von 3,90 Zloty pro Boot (knapp 1 €) . danach das Doppelte. Alles Weitere verlief unspektakulär, da uns auf der Tour nur drei Schiffe entgegen kamen. Die Oder fließt gemütlich durch Feld, Wald und Wiesenlandschaften. Auffällig ist die Ruhe, mit Ausnahme der zahlreichen Vogelstimmen. Kurz vor Brieg (Brzeg) fuhren wir einen Kilometer die alte Neiße herauf, um einen weiteren Fluss für den RVW zu errudern. An einem nagelneuen Anleger einer kleinen Marina bei Ohlau beendeten wir den zweiten Tag. Der Chef dort hatte großes Interesse an uns, da er vor wenigen Tagen in Hameln (erfolglos) einen Ausflugsdampfer kaufen wollte. Eine zufällig anwesende junge Journalistin (Editha) aus Breslau freute sich über unsere Geschichten und fragte uns ausführlich aus. In den nächsten Tagen soll unsere Geschichte in einer Breslauer ‚Gazetta’ zu finden sein.

Durch Jürgen’s perfekte Planung erwischten wir die richtige Schleuse vor Breslau, denn nur durch sie kommt man in die Innenstadt. Und so kamen wir auch ans eigentliche Ziel unserer Reise, an das alte Bootshaus der Breslauer RG. Leider gab es keinen richtigen Anleger mehr, da das Bootshaus ‚noch’ nicht wieder als Trainingsort benutzt wird. So legten wir nur kurz an einem Ponton an und fuhren dann Richtung Innenstadt und Dominsel. Eine eindrucksvolle Kulisse war der Lohn. Doch die Breslauer Wasserschutzpolizei hatte wohl etwas Sorgen um uns und schickte uns gut 2 Kilometer zu einem Anleger der polnischen Wasserrettung zurück, wo wir die Fahrt planmäßig beendeten. Den letzten Tag nutzten wir zu einer Stadtbesichtigung, die ein Breslauer Kollege von Martin Garbe für uns leitete. Um 14 Uhr wartete die Besichtigung des alten Breslauer Bootshauses auf uns. Zwei polnische Ruderer zeigten uns dieses beeindruckende Haus, welches gerade komplett im alten Stil renoviert worden ist. Auch Editha war dabei und schrieb weiter an ihrer Geschichte. Eine RVW-Chronik mit persönlicher Widmung wurde von Helmut Griep an den Sportvorsitzenden des Breslauer Studentenrudervereins übergeben.

Bleibt zu hoffen, dass es gelingt, schon bald wieder echten Ruderbetrieb an diesem Schmuckstück durchführen zu können. 

Ein gemütlicher Abend – natürlich mit guter polnischer Küche – und viele Dankesworte für unseren Fahrtenleiter Jürgen Steinert – beendete diese sehr spannende Tour. Mal sehen, ob  wir den Plan, von Breslau weiter Oder abwärts zu rudern, schon bald umsetzen.  

50. Klütregatta 2012

Tradition wird bei den Ruderern groß geschrieben. Eigentlich wäre das 50. Jubiläum der Klütregatta ein Anlass, mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erhalten. Denn fast alle international erfolgreichen Hamelner Ruderer haben ihre erste Rennerfahrung hier gesammelt. Doch leider gab es in den Hamelner Medien keinen Hinweis auf dieses Jubiläum. Immerhin ließen die Nachbarvereine aus Bückeburg, Rinteln, Holzminden, Höxter und Göttingen uns nicht im Stich. So gab es bei – zunächst – schönem Herbstwetter wieder tollen Rennrudersport zu bewundern. Der RVW erwies sich auch als guter Gastgeber, denn im ersten Rennen (dem Mixed-Doppelvierer) waren die Ruderfreunde ‚Hände weg’ aus Göttingen erfolgreich und im anschließenden Juniorinnen-Doppelzweier siegten Johanna und Marion Reichardt aus Bückeburg. Bei den Mädchen war das Ernestinum-Gymnasium aus Rinteln mehrfach erfolgreich.

Erst auf der Ziellinie wurde der Jungen-Vierer für das erste Boot des RVW entschieden. Max Gümpel, Moritz Quast, Florian Wissel, Michel Suchert und Steuermann Nick Armgardt nutzen den Vorteil des schrägen Ziels gegenüber dem Vierer um Steuermann Jakob Lohmann. Den Mixed-Zweier bei den Kindern gewannen Lara Henke und Jörn-Erik Tammen. Einersiege gab es für Moritz Quast, Jakob Lohmann und Jonathan Horn aus Holzminden. Auch die Rudertechnik bei den Jungen und Mädchen des RVW ist deutlich besser geworden und lässt für die Zukunft einiges erhoffen. Viele Eltern und Fans fieberten bei den Rennen ihres Nachwuchses natürlich mit, feuerten lautstark an und machen die Regatta zu einem Familienfest. Das macht vor allem den Reiz der Klütregatta aus. Ein Höhepunkt ist dann auch der Schokoladenvierer, in dem die Anfänger erste Rennerfahrung sammeln. Hier siegten in diesem Jahr Kathi Stegen, Christoph Kasting, Christina Lorenz, Sven Vogel und Steuermann Nils Frederik Schulze. Schokolade gab es nicht nur für die Sieger, sondern für alle Teilnehmer.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Familien-Gig-Doppelzweier, den die Familie Wollenweber für sich entschied. Damit ging eine lange Siegesserie der Garbes zu Ende und es wurde intensiv darüber diskutiert, warum Albrecht in diesem Jahr an den Steuerseilen und nicht auf dem Ruderplatz saß.

Die Trainingsmannschaft nutzte die Gelegenheit, sich für die Deutsche Sprintmeisterschaft in Form zu bringen. Da häufig die Gegner fehlten, wurden interessante Bootskombinationen gewählt. Unsere international erfolgreichen Ruderinnen Nele Burgdorf und Nora Wessel siegten denkbar knapp gegen die beiden B-Leichtgewichte Eike Steinert und Linus Wollenweber. Der Männer-Doppelvierer um die Gebrüder Bakker siegte vor den Junioren um Thore Wessel. Der Bundesliga-Achter verstärkte sich beim Rennen gegen die B-Junioren mit Nele Burgdorf und fuhr das Rennen im alten ‚Landkreis’ nach Hause. Aber auch die B-Junioren um Henrik Burgdorf enttäuschten nicht. Für den Sieg im Achter musste der Regattasprecher Florian Höltje, der Bernd Kerkhoff perfekt vertrat, das Mikrophon an seinen Vater Frank weitergeben. Der machte als Regattaleiter wieder einen tollen Job. Da auch alle auswärtigen Vereine mindestens einen Sieg mit nach Hause nahmen, wird die Tradition der Klütregatta hoffentlich auch in den Folgejahren fortbestehen. Es bleibt zu hoffen, dass dann auch die Medien wieder über dieses Event berichten.

 

Hans-Jörg Sehrbrock

 

P.S. Die Rennergebnisse und eine Fotogalerie werden noch veröffentlicht.

Doubs 2012

Seit 2009 gibt es im Sommer wieder die Vereinswanderfahrten, die an eine große Tradition vergangener Jahrzehnte anknüpfen. Nach drei Jahren auf der Donau drehte sich das ‚Flussalphabet’ nun weiter und landete beim Doubs.

Immerhin 18 Teilnehmer zwischen 14 und 69 Jahren wollten an der Tour durch die burgundische Pforte und das France Comtè teilnehmen. Nach staureicher Anfahrt wurde das erste Stammquartier (Zelte und Pension) in L’Isle-sur-le-Doubs bezogen. Die Boote waren einige Kilometer stromauf in  Youjenucourt  abgeladen worden. Dort sollte auch am nächsten Morgen (ein Sonntag) die Übergabe des elektronischen Schleusengeräts erfolgen, denn alle Schleusen am Doubs (und es gibt viele) werden nur noch über Funksignale betrieben.

Doch erst mal gab es reichlich Aufregung. Böse Buben hatten ein Boot und zahlreiche Skulls am Startort entwendet. Schnell kam ein Großaufgebot von Mitarbeitern der Schleusenverwaltung, der Gendarmerie und Bewohnern des Ortes zusammen. Zum Glück waren die ‚bösen Buben’ nicht stromab zum nahen Wehr, sondern stromauf ‚gepaddelt’ und dabei gesehen worden. Ein Hamelner ‚Enterkommando’ machte sich startklar, um das Boot heil zurückzuerobern. Dies gelang auch ohne Probleme und die ‚Piraten’ wurden der Gendarmerie übergeben. Leider hatten sie die Skulls als Stechpaddel benutzt und dabei auch drei von ihnen verloren. Sie wurden trotz intensiver Suche auch nicht wiedergefunden.

Danach begann endlich die Wanderfahrt. Schon nach 300 Meter Fluss mussten wir in den Schleusenkanal einbiegen, der in den nächsten Tagen häufig unseren Weg bestimmen sollte. Parallel zum viel befahrenen Euro-Radwanderweg 6 gab es für unseren Nachwuchs gleich die Möglichkeit, die Französischkenntnisse zu testen. Vor allem Eike Steinert bestach durch sein perfektes ‚Bonjour’ und ‚Salut’. Als das zu langweilig wurde, kam das ‚Baguette, Baguette’ zum Einsatz und wurde zum Schlachtruf der Wanderfahrt. Auch mit dem Doubs machten wir uns intensiv bekannt, wobei einige freiwillig und witterungsbedingt sehr gerne ein Bad nahmen, andere bei Anlegemanövern unfreiwillig baden gingen. Der Landdienst leistete hervorragende Arbeit und mittags gab es jeweils ein Picknick mit den Köstlichkeiten der Region – Wurst, Käse, Obst, Baguette und natürlich auch Wein. Martins Kochkünste sorgten auch abends für üppige Mahlzeiten auf dem Zeltplatz.

Durch die beeindruckende Landschaft des Juragebirges – allerdings fast ohne Strömung – erreichten wir die Departmenthauptstadt Besancon. Leider legten wir nicht am örtlichen Ruderverein (mit eigenem Schwimmbad) an. Natürlich aber wurde die Zitadelle besichtigt und die Geschichte der von Vauban errichteten Anlage von Helmut Griep gewohnt anschaulich dargestellt. Bei der Weiterfahrt nach Dole war die Durchfahrung eines Tunnels, der durch einen Wasserfall vor Missbrauch geschützt war, ein weiteres Erlebnis. Schleuse um Schleuse kämpften wir uns unserem Ziel entgegen. Das ist gar nicht so einfach, denn die elektronische Bedienung wird durch Sensoren bei der Einfahrt und Ausfahrt gesteuert. Diese Sensoren erkennen nur größere Boote und trotz einiger Tricks gelang es uns nicht immer, sie von unserer Ein- und Ausfahrt zu ‚überzeugen’. Danach hatten sie häufig ‚keine Lust mehr’ und schalten auf ‚gesperrt’. Erst ein Schleusenmeister (der jetzt für 6-8 Schleusen zuständig ist) kann sie wieder entsperren. Natürlich freute den das nicht und wir (vor allem Martin der Lehrer) erfuhr noch einmal eine intensive ‚Belehrung’ auf Französisch. Wir mussten zur Strafe die mitgebrachten Rettungswesten anziehen, was bei über 30 Grad auch kein Vergnügen war.

Durch die schönste Kanalallee Europas erreichten wir nach exakt 50 Schleusen die mittelalterliche Stadt Dole. Eine unangenehme Begegnung mit einem Angler (die mögen uns auch in Frankreich nicht) und ein ausgedehntes Brückenspringen beendete die sportlichen Aktivitäten.

Der letzte Tag wurde für Besichtigungen genutzt. Der Nachwuchs zog zunächst die Besichtigung des ‚Decathlon-Sportgeschäftes’ vor, während wir den Markt und die Basilika bevorzugten. Danach ging es nach Beaune, wo ein Teil die Innenstadt und der Rest die Kellereien des ‚Patriarchen’ besuchten. Die Laune bei Letzteren war danach deutlich besser.

Der Abschiedabend wurde stilvoll in einem Restaurant in einer alten Templer-Kapelle in Dole gefeiert. Nach einer problemlosen Rückfahrt ging eine tolle Woche auf dem Doubs zu Ende. Das ‚Flussalphabet’ dreht sich weiter und bleibt bei Elbe stehen. Wenn es weiterhin so tolle Organisatoren wie Martin Garbe gibt, wird dort im nächsten Jahr die Sommerwanderfahrt stattfinden.

Hans-Jörg Sehrbrock

Hier findet ihr die Bilder > >

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